Es gefällt uns ausdrücklich nicht, dass die Qualität der Restaurants in der Stadt Husum im Landkreis Nordfriesland ganz offensichtlich einem immer deutlicher werdenden Niedergang ausgesetzt ist, der von keinem der Zuständigen aufgehalten oder umgekehrt wird; was den Besuchern in dieser Stadt vorgesetzt wird, spottet teilweise jeder Beschreibung. Zwar konnte man in Husum immer schon ausgesprochen schlechte Lokale finden – und ich möchte auch einräumen, dass es immer noch möglich ist, gute bis sehr gute Restaurants zu finden, dafür aber benötigt man ganz offensichtlich die Insiderkenntnisse des örtlichen Hygieneamtes, kurzum, auf den Augenschein ist, zumindest in Husum kein Verlass mehr. Früher, nach allem was mir bekannt ist und ich habe auch noch nichts Gegenteiliges gehört, konnte man zumindest sicher sein, am historischen Hafen, ohne Zweifel ein Kleinod unter den nordfriesischen Binnenhäfen, anständig bedient zu werden, sofern das Lokal von außen den Anschein eines solchen machte, in dem man dies erwarten konnte: dies ist heute nicht mehr so, und deshalb auch diese Beschwerde. Ich habe vor lauter Wut darüber sogar vergessen, wie dieser Laden genau hieß, bei Gino, oder bei Luca, was weiß ich, es würde mich nicht wundern, wenn es von diesem Lokal aus beste Verbindung zur süditalienischen N’dragheta gibt, die, wie jeder weiß, ihr Drogengeld in Deutschland waschen lässt, das würde einiges erklären, denn mit seiner Küche kann diese – und die Tastatur unter meinen Fingern sträubt sich, dieses Wort dafür zu tippen: Gastwirtschaft seine Einnahmen wohl kaum bestreiten. Nun mag man einwenden, dass wir nicht sofort in das erste beste Lokal am Hafen hätten rennen müssen. Gut, das ist wahr. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass wir hungrig und frustriert in Husum angekommen sind. Denn was in Husum die Speiselokale, sind auf der Halbinsel Nordstrand – eine sterbende Insel, übrigens, das aber nur nebenbei, nachdem dort die letzte Tankstelle geschlossen hat, hat auch die einzige Polizeistation zugemacht, wie auch immer, mein Mitleid haben die Nordstränder nicht, nachdem was wir dort erlebt haben, wundert es niemanden, dass jeder der kann, die Insel verlässt, was ja auch nicht schwer ist, seit es den Damm zum Festland gibt – was also in Husum die Lokale sind, sind auf Nordstrand die Fährunternehmen, man hat uns nämlich trotz Reservierung auf der Fähre zur Hallig Hooge am Anleger stehen lassen, ich wiederhole: Trotz vorheriger telefonischer Resiervierung! Überbucht! Die Fähre zur Hallig Hooge überbucht!! Da lachen ja die Hühner!!! Wir hatten also, und deswegen erzähle ich es überhaupt, eine Stinkwut und wollten – das wird ja wohl noch erlaubt sein – auf diese Enttäuschung einen ordentlichen Teller Nudeln oder Fisch oder Bratkartoffeln oder was auch immer, ist ja egal, zu uns nehmen, nicht aber diese absolute Frechheit, die uns dann serviert wurde: Über die Salzkartoffeln meiner Frau – die wegen einer Aversion gegen Speck keine Bratkartoffeln mag – war das pure Natriummonoglutamat gestreut. Als Pulver! Nicht einmal in einer Soße versteckt!! Kleine rote und gelbe Kriställchen mitten auf den Salzkartoffeln, früher haben wir Fondor dazu gesagt, aber es ist dieses Dingsdaglutamat und das ist ja wohl unglaublich! Wir hätten das ganze Essen so-fort zurückgehen lassen sollen!! Haben wir aber nicht!!!
Denn wir waren einfach zu hungrig, und meine Nudeln und auch die von meiner Tochter waren gar nicht mal so schlecht. Der Fisch, der meiner Frau serviert wurde, das muss man zugeben, Seelachs, normalerweise nichts besonderes, hier aber schonend auf dem Holzkohlegrill zubereitet, und die Shrimps auf meinen Nudeln: super.
Also insgesamt ging’s eigentlich. Nur im Nachhinein war mir dann schlecht. Das hat aber nicht damit zu tun, dass ich neben meinem Teller die Reste der anderen noch mitgegessen habe, auch die ganzen Salzkartoffeln von meiner Frau, denn die hat sie ja nicht mal angerührt, oder ok, ich habe etwas zu viel gegessen, aber trotzdem: Das mit dem Glutamat auf den Salzkartoffeln hätte nicht passieren dürfen. Dabei bleibe ich.
Deshalb beschwere ich mich über den Niedergang der Husumer Küche und erwarte, dass von höchster Stelle etwas dagegen getan wird!
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